Unionhilfswerk Zentrale Anlaufstelle Hospiz
3 Besucher online 19. May 2019, 08:45 Uhr beraten betreuen bewegen

Was ist Hospiz ?

 

Im frühen Mittelalter war das Hospiz ein Ort, an dem Pilger Schutz und Ruhe finden konnten. Auf ihren Wanderungen hin zu den Pilgerstätten boten  Hospize den Menschen eine Unterkunft, Beköstigung, die Möglichkeit, sich auf der strapaziösen Reise auszuruhen, sowie seelsorgerische Begleitung. Die Pilger schöpften im Hospiz neue Kraft - allerdings starben auch viele von ihnen hier an den Folgen ihrer gefährlichen und beschwerlichen Reise. Später wurden aus den Hospizen christliche Herbergen (Hospitäler) in denen nicht nur Pilger versorgt wurden und so geht der Begriff über zu den heutigen Krankenhäusern.

 

Daneben entstand in jüngerer Zeit noch eine andere Form von Hospiz. Diese sorgt sich um Menschen, die auch noch angesichts ihres absehbaren Todes in Würde leben wollen. Leben - möglichst ohne Schmerzen und behütet in einem von ihnen gewünschten räumlichen und menschlichen Umfeld.

 

Das erste Hospiz dieser Art wurde 1967  in England von  Dr. Cicely Saunders errichtet. Ihre Überzeugung, dass es möglich ist, die letzten Tage eines Menschen angenehm zu gestalten, trug sie in die Welt.

 

Der Begriff  Hospiz bezeichnet nicht nur einen Ort oder eine feste Institution, sondern auch ambulante Hilfen. Hinter "Hospizarbeit" steht ein ganzheitlicher Ansatz mit folgenden Grundsätzen:

     

  • Der sterbende Mensch und seine Angehörigen stehen im Mittelpunkt, d.h., das Umfeld des Sterbenden wird in die Arbeit möglichst mit einbezogen.
  • Betroffene Menschen sollen immer auf Personen zurückgreifen können, die in der Lage sind, aufgrund ihrer medizinischen, psychologischen und sozialen Kenntnisse individuell und situationsgerecht auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen.
  • In die Arbeit sind freiwillige Helferinnen und Helfer einbezogen. Sie tragen zu einer mitmenschlichen Begegnung bei und dienen der Integration des Sterbens in den Alltag.
  • Im Mittelpunkt der medizinischen Versorgung des sterbenden Menschen steht eine optimale Schmerztherapie und Symptomkontrolle. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität.
  • Die Kontinuität in der Fürsorge der betroffenen Menschen wird gewährleistet. Das bedeutet, daß der Hospizdienst möglichst zu jeder Zeit erreichbar ist. Auch nach dem Tod des Betroffenen steht er mit seinen Angeboten den Hinterbliebenen zur Verfügung.
 
 
 
Letzte Änderung: 07.03.17