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3 Besucher online 25. August 2019, 11:48 Uhr beraten betreuen bewegen

Sterbebegleitung, Abschiednehmen, Trauerhilfe

Es ist verständlich, dass die Frage, wann eigentlich das Sterben beginnt, von Patienten und Angehörigen manchmal buchstäblich bis zur letzten Lebensminute verdrängt wird. Alle in der Betreuung von Schwerstkranken erfahrenen Menschen sind sich heute darüber einig, dass Patienten ein angemessenes Maß an Wissen über ihren Zustand benötigen. Sie müssen nicht unbedingt die ganze Wahrheit kennen, ihnen sollte aber auf jeden Fall ehrliche Antwort gegeben werden, soweit sie danach fragen.

 

Jeder Mensch hat Hoffnung auf Lebensverlängerung, solange er lebt. Manchmal jedoch kann sich diese Hoffnung wandeln in eine Hoffnung auf ein würdevolles Lebensende und einen respektvollen Umgang der Umwelt mit dem Tod. Darauf sind allerdings nur sehr wenige Menschen und ihre Angehörigen vorbereitet. Starke Schwankungen zwischen Angst und Hoffnung, zwischen ”So-nicht-mehr-weiter-können” und ”doch-am-Leben-hängen” sind der Normalfall.

 

Oft fällt es schwer, den Übergang von schwerer Krankheit zum Sterben zu bestimmen. Hierbei spielen nicht nur medizinische, sondern auch soziale und psychologische Faktoren eine Rolle.

 

Viele glauben, einen Betroffenen durch ”Schauspielern” schonen zu müssen. Dieser hat dann oft dieselbe Einstellung und glaubt, seine Sorgen nicht mitteilen zu dürfen, da er andere nicht belasten will. Wird dem Betroffenen jedoch mit Offenheit begegnet, kann er dem Gesprächspartner eher seine Sorgen anvertrauen, und beide werden sich in der Situation entlastet fühlen.

 

Spätestens dann, wenn ein Leben zu Ende geht, ist es Zeit sich Gedanken zu machen, wie die letzte Lebensphase gestaltet werden soll. Vielleicht gibt es noch letzte Wünsche zu erfüllen oder Angelegenheiten, die darauf warten, abgeschlossen zu werden. Fragen tauchen auf: ”Wie und wo will ich sterben?” und ”Wer wird mir beistehen?”. Es kann aber auch sein, dass man alle Gedanken an den Tod von sich weg schiebt, weil die Angst vor Schmerzen und dem Sterben vorherrscht.

 

Seit etwa zehn Jahren entwickelt sich in unserer Gesellschaft zunehmend ein Gespür für die besondere Situation schwerstkranker, sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. Es bedarf noch vieler Veränderungen, bis überall offen über den Tod gesprochen werden kann, bis niemand mehr allein sterben muß und bis jeder menschenwürdig und selbstbestimmt sterben darf. Doch schon heute lassen sich Begleiter durch die Zeit des Sterbens oder der Trauer finden, die mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen Beistand leisten, wenn Trauer oder Angst zu groß, Gefühle zu verwirrend oder Einsamkeit und Schmerz zu belastend sind.

 

Die ZAH empfielt folgende Broschüren zur Vertiefung:

 

"Die letzten Wochen und Tage - Eine Hilfe zur Begleitung"

Bestelladresse: Diakonisches Werk der EKD

Zentraler Vertrieb, Karlsruher Straße 11

70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: 0711 - 902 16 50, Fax: 0711 - 787 75 02

 

"Die Pflegetipps" Palliativ Care des PalliativNetz Osthessen<

11. Auflage 2009 zu beziehen über www.palliativnetz.de

 

 

 

 
 
 
Letzte Änderung: 07.03.17