Unionhilfswerk Zentrale Anlaufstelle Hospiz
3 Besucher online 21. September 2019, 03:53 Uhr beraten betreuen bewegen

Klaus Dirschauer: Worte zur Trauer

Claudius Verlag München 2005

198 Seiten, , ISBN 3-532-62319-6, 16.80 €

 

500 ausgewählte Weisheiten und Zitate für Todesanzeigen und Kondolenzbriefe.

Beispiele und Muster

 

Ausgesprochen sorgfältig bearbeitet sind die einleitenden Kapitel, in denen aufgezeigt wird, welche Formeln für die unterschiedlichen Aussagen in Todesanzeige und Kondolenz gebräuchlich und welche persönlichen Abwandlungen möglich und angemessen sind.

 

Im ersten Kapitel „Eine Todesanzeige aufsetzen“ wird eine sehr gute einführende Analyse von Inhalt und Form der üblichen Todesanzeigen gegeben, in der behutsam deutlich gemacht wird, wie aus dem Versuch, den eigenen Trauerfall nicht in einer Masse von unpersönlichen Todesnachrichten untergehen zu lassen, eine Konformität der Überladenheit entstehen kann, die an Unpersönlichkeit kaum zu übertreffen ist. Daraus resultieren gut verständliche und gut begründete Ratschläge für die Abfassung, die dem Einzelnen, dessen Tod bekannt gegeben werden soll, ebenso gerecht wird wie den Gefühlen der Hinterbleibenden und dem Informationsbedürfnis des sozialen Umfeldes.

 

 

Ähnlich gut - und letztlich für eine nicht minder schwierige Situation – ist das zweite einleitende Kapitel „Einem Menschen kondolieren“, das mit dem abschließenden Hinweis auf „Wortgeschenke“ an Trauernde die Verbindung zum Hauptteil, den Worten zur Trauer, schafft.

 

Die 500 Worte zur Trauer bieten eine sehr vielfältige Mischung, die – bei großem räumlichen Anteil christlicher oder zumindest religiöser Texte – wohl alle Geschmacksrichtungen trifft; im Einzelnen (Zählung ohne Gewähr):

 

60 biblische Zitate (AT und NT), 51 quer durch die Philosophie, 87 christliche Theologie einschließlich Kirchenlieder, 131 deutsche Dichter und Schriftsteller (und auch dabei religiös, z.T. christlich getönte Gedichte), 73 internationale Autoren (darin auch abendländische Religiosität enthalten) und 98 Sprüche und Sprichwörter aus aller Welt.

 

 

 

Im Anhang findet der Leser sorgfältige Quellenangaben für alle aufgeführten Texte und ein ausführliches Anlassregister. Bei Durchsicht dieses Registers allerdings erweist sich, dass Texte, die beim Durchlesen die Frage aufwerfen, zu welcher Gelegenheit sie ein geeignetes Wortgeschenk darstellen könnten, (beispielsweise Nr.71 „Du bist zum Sterben geboren: Wenig Umstände macht eine stille Leiche“ oder Nr.392 „Der Tod ist das natürliche Ende eines unnatürlichen Lebens“), auch keinem Anlass zugeordnet werden. Das wirft die Frage auf, ob es der runden Zahl halber wirklich alle 500 „Worte zur Trauer“ hätten sein müssen.

 

Erscheinungsbild: Taschenbuch mit guter Klebebindung und ansprechender Umschlaggestaltung, die das Buch auch für eine Verwendung als Geschenk geeignet erscheinen lässt; lebende Kolumnentitel verhelfen zur Orientierung; sorgfältiger Umbruch erreicht die geschlossene Wiedergabe fast aller Texte ohne die Notwendigkeit des Umblätterns. Klares Schriftbild auf angenehmem Papier.

 

Ulrike Redecker (freiwillige Mitarbeiterin der ZAH)

 

 
 
 
Letzte Änderung: 07.03.17