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Wolfgang George, Eckhard Dommer, Viktor R. Szymaczak (Hg.): Sterben im Krankenhaus. Situationsbeschreibung, Zusammenhänge, Empfehlungen

Erschienen 2013 im Psychosozial-Verlag in Gießen

230 Seiten, ISBN: 978-3-8379-2331-5

 

Ein Großteil der Deutschen verstirbt im Krankenhaus. Dies geschieht, obwohl laut wiederholter Umfragen der Wunsch nach einem Tod in gewohnter Umgebung, bestenfalls Zuhause, im Vordergrund steht.

Entsprechend der demographischen und sozialen Entwicklung über die letzten Jahrzehnte findet man nur wenig Veränderung beim Sterbeort der Deutschen und alle Prognosen deuten an, dass es in den nächsten Jahren auch nur wenig Änderung geben wird. Die Zahl von Palliativstationen und Hospizen ist seit den 1990er Jahren angestiegen. Trotzdem ist der häufigste Sterbeort der Deutschen nach wie vor das Krankenhaus.

Im Mittelpunkt des Buches steht also die Frage: Wie wird in deutschen Krankenhäusern gestorben? Die Herausgeber des Buches bearbeiten diese Thematik nicht allein, sie bedienen sich einer Gruppe von WissenschaftlerInnen, ExpertInnen und PraktikerInnen um Einflussfaktoren zu untersuchen und Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Hilfreich hierfür war nicht zuletzt die „Gießener Studie zu den Sterbebedingungen in Krankenhäusern“. Bereits 1988 erhobene Daten konnten mit den aktuellsten Ergebnissen dieser Studie aus dem Jahr 2013 verglichen werden, in der MitarbeiterInnen aus 212 Krankenhäusern befragt worden sind. Die Kapitel welche die Gießener Studie behandeln, sind sehr interessant, stellenweise jedoch für Laien ohne Grundwissen in Statistik schwierig zu lesen.

Inhaltlich bietet das Buch ein breites Themenspektrum, vom Überblick über die Hospizarbeit, über das Sterben auf Intensivstationen, bis hin zum Sterben im Krankenhaus im internationalen Vergleich. Interkulturelles Arbeiten und die Versorgung Schwerstkranker im internationalen Kontext ist meines Erachtens ein Höhepunkt dieses Buches. Mit einem Kapitel schneidet dieses Thema kurz ab, lässt dem Hauptthema „Sterben im Krankenhaus“ jedoch genug Raum.

Durch diese Vielfalt überrascht das Buch selbst Leser, denen der Themenbereich nicht neu ist. Trotz dem wird medizinisches Personal, vorrangig Pflegekräfte und ÄrztInnen, viele der beschriebenen Situationen wiedererkennen. Laien die sich mit Sterben und Tod beschäftigen, bekommen einen allgemeinen Einblick in das Thema. Alles in allem ein lesenswertes Fachbuch.

 

Matthias Kühne (Palliativpfleger, Praktikant ZAH)

 

 
 
 
Letzte Änderung: 07.03.17