Unionhilfswerk Zentrale Anlaufstelle Hospiz
3 Besucher online 20. November 2017, 10:07 Uhr beraten betreuen bewegen

Beratung zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

 

Gern beraten wir Sie kostenlos zur Erstellung einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Dazu nehmen Sie bitte telefonisch Kontakt mit uns auf:

 

030 40 71 11 13

 

 

Patientenverfügung

 

Wichtige Informationen zum Umgang mit der Patienten- und Betreuungsverfügung sowie der Vorsorgevollmacht

Es besteht die Möglichkeit, dass wir in Folge einer fortgeschrittenen Erkrankung oder nach einer schweren Unfallverletzung in eine Situation kommen, in der wir unsere Wünsche nicht mehr deutlich ausdrücken können. Um für eine solche Situation vorzusorgen und zumindest einige, uns selbst betreffende, grundsätzliche Überzeugungen darzulegen, gibt es die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung.

 

Grundsätzlich ist es Ärzten nicht erlaubt, an Patienten Handlungen vorzunehmen, in die diese nicht ausdrücklich eingewilligt haben. Das gilt für alle Eingriffe, wie Medikamentengaben, Operationen und auch für lebenserhaltende Maßnahmen. Oftmals sind schwerstkranke und sterbende Menschen jedoch nicht mehr in der Lage, die notwendigen Informationen aufzunehmen, darüber zu diskutieren und ihren Willen zu äußern. In dem Fall ist der Arzt auf Personen im Umfeld oder auf vorher möglichst schriftlich geäußerte Willensbekundungen angewiesen. Hierfür gibt es zum Schutz des Patienten rechtliche Regelungen.

 

Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht können Sie eine Person Ihres Vertrauens benennen, die für Sie eintritt und Entscheidungen trifft, insofern Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Eine Vorsorgevollmacht kann die Gesundheitssorge, aber auch alle behördlichen Angelegenheiten umfassen.

Soll die Vorsorgevollmacht auch Immobiliengeschäfte umfassen, muss sie notariell beglaubigt sein. In finanziellen Angelegenheiten sollten Sie mit Ihrer Bank sprechen.

 

Betreuungsverfügung

Wenn Sie Ihren Willen nicht (mehr) selbst äußern können und keine Vorsorgevollmacht vorliegt, muss im Falle einer anstehenden Entscheidung durch das Betreuungsgericht ein so genannter Betreuer bestellt werden. In einer Betreuungsverfügung können Sie bestimmen, wer diese Person sein/ oder auch nicht sein soll.

Ein Betreuer ist dem Gericht gegenüber rechenschaftspflichtig.

 

Patientenverfügung

In seiner Patientenverfügung legt "ein einwilligungsfähiger Volljähriger für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit schriftlich fest, ob er in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustandes, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt." (§1901a Abs. 1 BGB)

 

Eine Patientenverfügung soll Ihr Selbstbestimmungsrecht sichern und dafür sorgen, dass die zuständigen Ärzte nach Ihrem Willen handeln, auch wenn Sie diesen selbst nicht mehr zum Ausdruck bringen können.

 

Auf der Webseite des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz finden sie Broschüren zur Betreuungsverfügung und zur Patientenverfügung. Mit Hilfe von Textbausteinen können Sie Ihre persönliche Patientenverfügung formulieren.

Form

 

Nicht jede Situation kann im Voraus gesehen und festgelegt werden. Sie können aber entscheidenden Einfluss auf Ihre Zukunft nehmen. Die Patientenverfügung muss schriftlich verfasst werden, aber nicht handschriftlich. Die Patientenverfügung muss eigenhändig vom Betroffenen unterschrieben werden, möglichst mit dem aktuellen Datum.

In regelmäßigen Abständen (ca. alle ein bis zwei Jahre) sollten Sie die Patientenverfügung noch einmal vollständig lesen und anschließend mit dem aktuellen Datum erneut unterschreiben.

 

Ergänzungen, die den Inhalt der Vorsorgeformulare verändern, sollten mit einer zusätzlichen Unterschrift versehen werden. Besprechen Sie diese Veränderungen auch mit Ihrer Vertrauensperson.

 

Das Original sollte sich in sicherer Verwahrung befinden. Gleichzeitig müssen Ihre Vorsorgeschriftstücke im Fall, dass sie benötigt werden, leicht gefunden werden können. Es empfiehlt sich deshalb, ein Vermerk hinsichtlich Ihres Vertretungsberechtigten bzw. des Verwahrungsortes Ihrer Dokumente bei sich zu tragen.

 

Es wird empfohlen, die Abfassung der Verfügungen/Vollmacht im Rahmen einer umfassenden Beratung durch Ärzte, Notare und/oder soziale Organisationen vorzunehmen. Wichtig ist es, in Zeiten, in denen es Ihnen gut geht, mit Personen Ihres Vertrauens Gespräche über ihre Wünsche zu führen.

 

Auch die Zentrale Anlaufstelle Hospiz bietet Hilfe beim Verfassen Ihrer persönlichen Patientenverfügung an. An zumeist zwei Beratungsterminen besprechen wir mit Ihnen Ihre Vorstellungen, Werte und Überzeugungen und geben konkrete Hilfestellung.

Gern informieren wir Sie auch ganz allgemein zum Thema Patientenverfügung.

 

Unser aktueller Flyer "Die Patientenverfügungsberatung" hier als pdf.

 
 
 
Letzte Änderung: 10.03.17