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21. Dezember 2014, 16:44 Uhr beraten betreuen bewegen
Wir über uns

Zentrale Anlaufstelle Hospiz - Eine Hilfe, um Entscheidungen zu treffen

Die Zentrale Anlaufstelle Hospiz – ZAH setzt sich mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen seit 15 Jahren für die persönlichen Anliegen der Berliner Bürger und Bürgerinnen ein. Grundsätzlich für alle lebensrelevanten Fragen offen, widmet sich die vom UNIONHILFSWERK getragene Beratungsstelle vor allem Fragen, die das Lebensende betreffen, einerseits im Rahmen von Pflege und Begleitung, andererseits im Rahmen von Vorsorgemöglichkeiten von der Patientenverfügung bis zur Vorsorgevollmacht.

 

Die Beratung erfolgt kostenlos per Telefon, E-Mail oder persönlich. In besonderen Situationen werden auch Hausbesuche angeboten.

 

Beratung am Lebensende

Die meisten Ratsuchenden nehmen telefonisch Kontakt auf. Bei vielen Fragen kann das ZAH-Team konkret helfen, indem die Möglichkeiten zur Begleitung durch ambulante oder stationäre Hospize oder die Inanspruchnahme der Behandlung oder Mitbehandlung durch Palliativmediziner und entsprechende Pflegedienste aufzeigt werden.

Ratsuchende fühlen sich manchmal gegenüber den für sie unüberschaubaren pflegerischen Angeboten überfordert. Durch die Unterstützung soll ihnen ermöglicht werden, Antworten zu finden und Entscheidungen zu treffen.

 

Beratung zu Vorsorgemöglichkeiten

Oft führen ganz konkrete Erlebnisse wie die Pflege Nahestehender dazu, sich mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen. Viele Beratungsgespräche führten zu der Erfahrung, dass Ängste sich oft auf Vorstellungen beziehen, die versachlicht werden können. Eine vorsichtige Aufklärung kann daher sehr hilfreich sein.

Andere Befürchtungen beziehen sich darauf, „das Ruder aus der Hand geben zu müssen“ und auf die Möglichkeit der Pflegebedürftigkeit. Ein Bestandteil der Beratungen ist auch, persönliche Ressourcen und Kraftquellen für schwere Zeiten finden zu helfen.

 

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter


Ein Teamfoto von November 2012

Projekt Ehrenamtliche Patientenverfügungsberatung

Die Zentrale Anlaufstelle Hospiz - ZAH in Trägerschaft des UNIONHILFSWERK, ist eine zuwendungsfinanzierte Beratungsstelle für die Themen Palliativversorgung, Hospizarbeit, Vorsorge und Trauerbegleitung, die der Berliner Bevölkerung seit nunmehr 15 Jahren zur Verfügung steht.

 

An uns wenden sich Menschen, die Beratung in schwierigen Lebenslagen z.B. bei schwerer Krankheit oder nach einem Todesfall benötigen. Aber auch das Thema Vorsorge für das Lebensende ist seit einigen Jahren immanenter Bestandteil des Beratungsangebotes geworden. Die Anzahl der Beratungen zur Patientenverfügung ist deutlich angestiegen. In der Beratung benötigen die Klienten vor allem Unterstützung bei der konkreten Ausformulierung.

 

Der Anspruch und der Bedarf einer kompetenten Beratung führten dazu, dass die ZAH in Kooperation mit der Ricam Hospiz GmbH die Fortbildung „Beratung zum Verfassen einer Patientenverfügung“ konzipierte und durchführte. Ziel war es, neben den Hauptamtlichen auch Ehrenamtliche zu befähigen, Patientenverfügungsberatungen im Sinne der Hospizidee, mit ihrer lebensbejahenden Einstellung, kompetent durchzuführen.

Die erste Schulung fand im November 2006 unter dem Dach der LAG Hospiz Berlin statt. Mittlerweile wird jährlich eine Schulung durchgeführt. Experten aus der Medizin und Ethik, des Rechts, der Gesellschaftspolitik und Gesprächsführung vermitteln konkretes Fachwissen und regen gleichzeitig die persönliche Auseinandersetzung der Teilnehmer an.

 

Die ZAH schult neben hauptamtlichen Mitarbeitern Ehrenamtliche, die dann in regelmäßigen Teamsitzungen begleitet und fortlaufend weitergebildet werden. Im Beratungsprozess wirken die Beraterinnen darauf hin, dass die Ratsuchenden ihre Wünsche frühzeitig mit vertrauten Menschen und dem Arzt besprechen. Es ist wichtig, verständlich zu machen, dass Entscheidungen immer auch von Einstellungen und Werten bestimmt sind. Patientenverfügungen werden deshalb nicht als (Ankreuz-)Formular ausgefüllt, sondern individuell verfasst. Die Beratungen sind auf ca. zwei Gesprächstermine angelegt, um einen Prozess der persönlichen Auseinandersetzung zu fördern.

Durch die Einbeziehung qualifizierter Ehrenamtlicher in diese Beratungsarbeit können nun für Menschen, die darauf angewiesen sind, ambulante Beratungsgespräche angeboten werden.

 

Das Modell hat sich bewährt, wird stark nachgefragt und soll diesem Bedarf entsprechend weiter ausgebaut werden.

 

Eine Ehrenamtliche schildert ihr Erleben folgendermaßen:

„Nachdem Rechtsklarheit und Rechtssicherheit im Umgang mit Patientenverfügungen erreicht wurde, ist das Interesse der Berliner Bevölkerung noch gestiegen. In einer Gesellschaft mit guten medizinischen Möglichkeiten, in der man locker doppelt so alt werden kann wie noch vor 100 Jahren, war das Lebensende lange Zeit kein Thema. Man wich dem Thema gern aus.

Jetzt finden Menschen wieder Wege, auch durch Patientenverfügungen, dazu miteinander zu kommunizieren.

Am Ende der persönlichen Willensbildung entsteht im Verlauf mehrerer Beratungen eine Patientenverfügung, eine Willenserklärung, die Ziele und Wünsche für zukünftige Behandlungssituationen für den Fall der eigenen Einwilligungsunfähigkeit dokumentiert, eine Anweisung an den Arzt.“ …

 

 

Sich mit Begeisterung einer Sache widmen.“ (Ingrid Kramm, Ehrenamtliche, ZAH)

 

 

 
 
 
Letzte Änderung: 04.08.14