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23. Oktober 2014, 11:17 Uhr beraten betreuen bewegen
Politik und Gesellschaft

 

Hospiz- und Palliativversorgung im Land Berlin

Der Senat von Berlin legt fortgeschriebenens Hospiz- und Palliativkonzept vor.

 

Das Hospizkonzept von 1998 hat nachhaltig die Entwicklung der Hospizbewegung in Berlin positiv beeinflusst. Die Themen Sterben, Tod und Trauer konnten ein Stück weit aus ihrer Tabuzone herausgerückt werden.

Im Rahmen des heutigen Pressegesprächs stellte die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Dr. Heidi Knake-Werner das fortentwickelte Hospiz- und Palliativkonzept im Land Berlin vor.

Die Wichtigkeit der Fortführung des Konzepts leitet sich aus folgender Festsstellung ab:
Angesichts der existenziellen Herausforderung wird die ‚absteigende Lebensphase’ von vielen Menschen gerade unseres Kulturkreises und unserer Zeit als schrecklich und bedrohlich empfunden und nicht als Gewinn oder Vollendung gesehen. Das Sterben wird als Verlust von Autonomie und Selbstbestimmung erlebt und so lange wie möglich verdrängt oder bekämpft.

Neben dem engagierten Wirken der Berliner Hospizarbeit hat in jüngster Zeit die aktuelle Diskussion zur Änderung des Betreuungsrechts hinsichtlich der Sicherung des Selbstbestimmungsrechtes eines jeden Menschen geführt und eine eingehende Befassung mit dieser Thematik zur Folge gehabt.
Viele Menschen beginnen über ihre persönliche Situation am Lebensende nachzudenken und treffen Vorsorge für den Fall, in dem sie den eigenen Willen nicht mehr äußern können. Gleichzeitig haben allerdings die zunehmende Diskussion um Sterbehilfe sowie aktuelle Entwicklungen in den Niederlanden, in Belgien und der Schweiz mit der Legalisierung der aktiven Sterbehilfe zu mehr Öffentlichkeit beigetragen, so dass der Stellenwert der Hospizbewegung und der Palliativmedizin weiterhin mit dem klaren Ziel herausgestellt werden muss, die Bedingungen in der Gesellschaft entsprechend der Grundsätze der Hospizbewegung zu verändern und politisch zu unterstützen.

Seit dem beschlossenen Hospizkonzept im Jahr 1998 sind fast sieben Jahre vergangen, in denen die meisten der beschlossenen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden konnten.
Weitgreifende Änderungen gab es in dieser Zeit im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen, die schließlich zu einer festen Verankerung hospizlicher Strukturen im Gesundheitssystem führten. Diese positive Entwicklung hat dazu beigetragen, dass bei heutigen Betrachtungen der Problematik nicht mehr allein die hospizliche Sterbebegleitung im Vordergrund steht, sondern durch die - analog zum englischen Sprachgebrauch –Palliative Care – Palliativversorgung – ergänzt wurde. Dieser Bericht wird daher über die Bilanzierung und Fortentwicklung der hospizlichen Strukturen hinaus auf die Hospiz- und Palliativversorgung gerichtet sein. Er wird also auch alle Facetten einer umfassenden medizinischen und pflegerischen Versorgung von Menschen mit weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung enthalten.

Das vorgelegte Hospiz- und Palliativkonzept trägt den Berliner hospizlichen und palliativen Entwicklungen Rechnung. Aktiv beteiligten sich an der Fortschreibung des Konzeptes u. a. das PalliativZentrum Berlin-Brandenburg e. V., die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Berlin e. V. sowie die Zentrale Anlaufstelle Hospiz (ZAH) der Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH.

Konzeptschwerpunkte
- Bilanz seit 1998
- Ambulante Hospizdienste
- Stationäre Hospize
- Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen
- Zentrale Anlaufstelle Hospiz
- LAG Hospiz Berlin e. V.
- Maßnahmen zur Entwicklung eines Bewusstseinswandels
- Stärkung der bestehenden Strukturen
- Ergänzende Maßnahmen
- Stärkung der Patientenrechte
- Ambulante palliativpflegerische Versorgung
- Verbesserung der Situation Sterbender in der vollstationären Pflege

 

Hier finden Sie das Hospizkonzept als PDF-Datei

 

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

 

 

 
 
 
Letzte Änderung: 01.04.14